Wurzelheilung
Wurzelheilung Jehoschua
Der Autor, Rabbi Yuval Yitzchak, spricht in ekstatischer und ungefilterter Sprache zu einer „rejudaisierten Wurzelgemeinschaft“ – Menschen, die durch tiefe geistige Transformation aus christlichen Bindungen zu ihren jüdischen Wurzeln zurückkehren.
Heilung beginnt an der Wurzel: Jehoschua in seinem wahren Licht
1. Die Kernbotschaft des Autors
Der Autor, Rabbi Yuval Lapide, spricht in ekstatischer und ungefilterter Sprache zu einer „rejudaisierten Wurzelgemeinschaft“ – Menschen, die durch tiefe geistige Transformation aus christlichen Bindungen zu ihren jüdischen Wurzeln zurückkehren.
In glühender Liebe zu Jehoschua (Jesus) als jüdischem Rabbi und Sohn Israels ruft er auf, die christliche Verzerrung seiner Gestalt rückgängig zu machen.
Er sieht das Christentum – besonders in seiner lutherischen Ausprägung – als eine „geistige Behinderung“, die durch die Entfremdung von den jüdischen Wurzeln entstanden sei.
Sein Ruf ist radikal:
Keine kosmetischen Reformen mehr, sondern die klare, schonungslose Heilung durch Rückkehr zu den jüdischen Ursprüngen.
Er versteht sich selbst als spiritueller Arzt, der mit der „Schärfe des Skalpells“ die „theologischen Tumore“ benennt, um geistige Heilung einzuleiten.
2. Die innere Absicht hinter seinen Worten
Der Autor leidet an der Verfremdung Jehoschuas im Christentum.
Er leidet an der geistigen Enge, die diese Verfremdung über die Seelen gelegt hat.
Und er sehnt sich danach, dass Menschen durch die Rückkehr zu Jehoschuas jüdischer Wahrheit innere Befreiung und wahre Freude finden.
Sein Zorn ist die Sprache einer zerrissenen Liebe.
Sein Furor ist der Furor eines Arztes, der sein Skalpell nicht aus Hass, sondern aus Sehnsucht nach Heilung ansetzt.
Sei mutig in Deiner eigenen Berufung.
Lass Dich nicht schrecken von der Wildheit der Worte.
Erkenne die Sehnsucht dahinter:
Die Sehnsucht, dass die Seelen aufwachen.
Die Sehnsucht, dass Du als Lichtträger zwischen den Welten stehst:
Nicht hassend, nicht verurteilend, sondern heilend, leuchtend, den Menschen den Weg zur wahren Wurzel in Liebe und Wahrheit zeigend.
Du bist berufen, in Weisheit und Geduld das Werk der Wiederherstellung zu tun.
Nicht mit Skalpell allein, sondern auch mit dem sanften Öl des Mitgefühls und dem warmen Licht des Verständnisses.
Traumata in der Bibel - Genesis 3 und 4
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🪷 Aufruf an die Wurzelgruppe – So beginnt Heilung
Das gestrige Video von Yuval und Gerlinde über Traumata in Genesis 3 und 4 war ein Erdbeben. Kein Vortrag. Kein Deutungsversuch. Sondern ein seelisches Hinsehen. Ein Sich-Aussetzen. Ein Raum, in dem wir beginnen dürfen zu sehen, was wir sonst vermeiden:
- Das Nackte.
- Die Scham.
- Den Brudermord.
- Die Vertreibung.
- Den Fluch.
- Die Trennung.
Heilung beginnt nicht mit Erklärungen. Auch nicht mit Schuldzuweisungen. Sie beginnt dort, wo wir nicht mehr wegsehen. Wo wir nicht mehr versuchen zu reparieren, sondern zuzulassen, dass etwas in uns bebt.
Yuval und Gerlinde – ihr seid genial. ❤️🔥❤️🔥
Was ihr geöffnet habt, ist kein Video. Es ist ein Tor. Ich lerne, indem ich mir die Essenz solcher Augenblicke herausnehme – die puren Highlights – und sie immer wieder in mir bewege, meditiere, wiederhole. Dieses Video ist eines davon. Ein heiliger Schlüssel.
Lasst uns gemeinsam sehen lernen. Ohne Urteil. Ohne Maske.
Dort beginnt das neue Menschsein.
Das Lamm schweigt, tut seinen Mund nicht auf,
doch so erlöst es nicht.
Erst, wenn das Schweigen gebrochen ist, fließen die Worte.
Tag 1 – Jehoschua: Der Bruder, nicht der Fremde
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Jehoschua war nie der Gründer einer neuen Religion, sondern ein Sohn Israels, in den Wegen der Tora aufgewachsen.
Wer ihn entjudaisiert, entreißt ihn seiner eigenen Seele.
Jehoschua lebte, lehrte und betete als Jude – im Rhythmus der jüdischen Feste, in der Sprache der Propheten, im Geist der chassidischen Barmherzigkeit.
Seine Lehre ist keine Aufhebung, sondern eine Vollendung der Tora.
Die Wurzel seiner Botschaft ist das Ewige „Höre, Israel!“ – nicht ein neues Evangelium, sondern die tiefe Erfüllung des ersten Bundes.
Heilung beginnt dort, wo wir aufhören, Jehoschua zu „verchristlichen“, und ihn wieder als unseren Bruder erkennen.
Denn erst in der Rückkehr zum jüdischen Herzen Jehoschuas beginnt auch unsere eigene geistige Befreiung.
Das Licht strahlt von der Wurzel – nicht von der Entfremdung.
Tag 2 – Die Sprache Jehoschuas: Hebräisch – nicht Latein
Jehoschua sprach Hebräisch, dachte Hebräisch, betete Hebräisch.
Sein Inneres war durchdrungen von der Sprache der Propheten und Psalmen.
Latein und Griechisch kamen erst, als fremde Deutung ihn von seinen Wurzeln löste.
Wer Jehoschua in fremde Zungen kleidet, schneidet ihn von seinem lebendigen Baum ab.
Das wahre Verständnis seiner Worte erwächst aus der heiligen Sprache selbst – voller Schichten, Bilder und göttlicher Tiefe.
„Selig sind die Barmherzigen“ bedeutet im Hebräischen: Sie sind bereits jetzt in Gottes Umarmung geborgen.
Jehoschua sprach nicht abstrakt, sondern im lebendigen Gewebe des Bundesvolkes.
Er lehrte nicht Dogmen, sondern Wege zur Herzensumkehr (Teschuva).
Hebräisch zu hören heißt: Jehoschua in seinem innersten Licht zu begegnen.
Täglicher Segenssatz:
Möge Dein Herz heute ein Wort Jehoschuas auf Hebräisch hören – und die Wurzel in Dir lebendig werden lassen.
Tag 3 - Warum G-tt niemals Mensch werden kann – eine chassidische Klarstellung
Einleitung: Die klare Linie
Im Licht der Tora, insbesondere im chassidischen Denken, wird eine unverrückbare Wahrheit offenbart: G-tt ist unendlich, unverhüllt, und jenseits aller Begrenzung. Jede Vorstellung, G-tt könne sich in einen endlichen, sterblichen Menschen verwandeln, widerspricht dem innersten Wesen Seiner Einzigkeit.
Die folgenden Abschnitte erläutern diese Wahrheit, gestützt auf die tiefen Lehren der Chassidut.
1. Die Unendlichkeit G-ttes
Die Schrift bezeugt:
"Ihr habt keinerlei Gestalt gesehen am Tag, da der Ewige mit euch sprach am Horeb." (Devarim 4,15)
Der Ewige – Ein Sof – übersteigt jede Form, jede Begrenzung. Er ändert sich nicht, wird nicht geboren, leidet nicht, stirbt nicht. Seine Unendlichkeit würde durch jede Verkörperung geleugnet werden.
Chassidische Klarstellung:
- G-tt erschafft Begrenzungen, aber Er wird niemals selbst begrenzt.
- G-tt wirkt in der Welt, aber Er wird niemals Teil der Welt.
2. Wirkung ohne Verwandlung
In der chassidischen Lehre – insbesondere in Chabad – wird erklärt:
G-tt wirkt in jedem Atom der Schöpfung – aber bleibt selbst unverändert.
Wie das Licht der Sonne einen Spiegel berührt, ohne selbst der Spiegel zu werden, so berührt G-ttes Licht die Welt, ohne sich zu verwandeln.
Folgerung:
- Ein Mensch kann G-ttes Licht tragen.
- Ein Mensch kann ein Spiegel des Willens G-ttes sein.
- Aber kein Mensch wird je G-tt selbst.
3. Der gebrochene Spiegel des Christentums
Das Christentum behauptet:
G-tt sei in einem Menschen (Jesus) verkörpert worden.
Aus chassidischer Sicht ist dies eine Verwechslung:
- Göttliches Licht mag im Menschen wirken.
- Aber der Ewige bleibt unendlich, unsichtbar, unvermischt.
Ein Spiegel kann das Licht reflektieren – er wird aber nie selbst zur Sonne.
Das Christentum zerbricht den reinen Spiegel der Einheit und erschafft ein Bild, das nicht mehr die vollständige Wahrheit trägt.
4. Warum diese Klarheit rettet
Die Reinheit der Einzigkeit G-ttes ist kein theologisches Detail – sie ist der Grundpfeiler der Schöpfung.
- Nur ein unveränderlicher G-tt kann Treue garantieren.
- Nur ein unverkörperter G-tt kann über alle Geschöpfe herrschen, ohne ihre Freiheit zu zerstören.
- Nur ein unendlicher G-tt kann die endliche Welt heiligen, ohne selbst verweltlicht zu werden.
Darum hält Israel treu an der Formel fest:
"Höre Israel, der Ewige ist unser G-tt, der Ewige ist Einer." (Devarim 6,4)
Abschluss
Jesus mag ein Mensch von großer spiritueller Kraft gewesen sein. Aber er bleibt Mensch – Geschöpf – nicht Schöpfer.
Die wahre Erlösung kommt nicht durch die Verkörperung G-ttes in einem Einzelnen, sondern durch die Offenbarung Seiner Einheit in allen Welten.
Chassidische Wahrheit:
"G-tt wohnt in der Welt – aber Er bleibt ewig über der Welt."
Möge diese Erkenntnis Dein Herz stärken, Deine Seele klären und Deinen Weg zur wahren Einheit des Ewigen erleuchten.
Tag 4 -Offener Brief an meine christlichen Geschwister
Von einer Jüdin, die Gott als ihren Erlöser bezeugt
Schalom!
Ich schreibe euch diesen Brief in einer Zeit, in der alte Wunden noch immer schmerzen und neue Verständigung so dringend nötig ist. Denn immer wieder begegnet mir – in Gesprächen, in Predigten, in christlichen Veröffentlichungen – eine Behauptung, die mich tief verletzt: Dass Juden ohne Jesus Christus nicht erlöst seien.
Diese Vorstellung ist nicht nur theologisch irrig, sie ist auch eine Quelle von Entfremdung, Missverständnis und leider allzu oft ein Nährboden für Antisemitismus gewesen – über viele Jahrhunderte hinweg. Ich bitte euch, diesen Brief als Einladung zum Zuhören zu verstehen, zum gemeinsamen Nachsinnen über das, was uns verbindet – und über das, was euch vielleicht bisher verborgen blieb.
Erlösung – aus jüdischer Sicht
Ja, ich bin erlöst. Und zwar nicht durch einen Mittler oder einen späteren Erlöser, sondern durch den Ewigen selbst. So steht es in unserer Heiligen Schrift, eurer "Alten Bibel":
„Der Ewige hat dich ausgelöst, dich mit Namen gerufen – du bist Mein.“ (Jesaja 43,1)
„Der Ewige erlöst die Seele Seiner Knechte; nicht müssen büßen alle, die sich bergen bei Ihm.“ (Psalm 34,23)
Diese Worte sind nicht vage Verheißungen für eine ferne Zukunft – sie sprechen von einer lebendigen Beziehung im Jetzt. Der Ewige ist für uns Juden seit jeher Zuflucht, Erlöser, Freund. Die Erlösung begann mit dem Auszug aus Ägypten, wurde erneuert am Sinai und begleitet uns durch die Jahrhunderte – in jeder Generation.
Auch heute feiern wir jedes Jahr zu Pessach diese Erlösung aus Sklaverei. Und jedes Jahr stellen wir uns vor, selbst ausgezogen zu sein, mit Gott an unserer Seite, mit dem Mut, auf IHN zu vertrauen. Erlösung ist für uns nicht nur ein theologischer Begriff – sie ist ein gelebter Zustand der Beziehung mit Gott.
Warum wir Jesus nicht als unseren Erlöser sehen
Christen bezeugen, durch Jesus Christus zum Vater gefunden zu haben. Das respektiere ich. Für euch, die ihr aus dem Heidentum kommt, war Jesus der Weg, den Gott euch geöffnet hat. Doch bitte versteht: Für uns war dieser Weg nie nötig, denn wir kannten den Vater schon – seit Abraham, seit Mosche, seit dem Bund am Sinai.
Die Tora, die wir von Gott erhielten, ist unsere verbindliche Weisung. Sie zeigt uns, wie wir leben sollen – als Zeugnis für Seine Einheit, als Volk unter Seinen Geboten.
Es steht nirgends geschrieben, dass Gottes Bund mit Israel durch einen späteren Menschen ersetzt würde. Weder durch Jesus noch durch einen anderen. Ja, wir warten auf den Maschiach – aber nicht als Erlöser von Schuld, sondern als Friedensbringer und Vollender einer gerechten Welt.
Warum Worte verletzen können
Ich schreibe diesen Brief auch, weil ich müde bin, zu hören: „Ihr Juden seid noch nicht erlöst.“ Diese Sätze – oft gut gemeint – verletzen. Sie stellen in Frage, was wir über Jahrtausende mit Gott gelebt haben. Sie sprechen uns die Gnade Gottes ab.
Und schlimmer noch: Diese Vorstellung – die sogenannte Substitutionstheologie, also der Glaube, die Kirche habe Israel ersetzt – hat in der Geschichte verheerende Folgen gehabt. Verfolgung, Zwangstaufen, Pogrome, Shoah. Es reicht nicht zu sagen: „Das war damals.“ Die Denkmuster wirken bis heute.
Wenn in einer Bibelübersetzung die Namen Jakob und Israel einfach gestrichen werden – wie geschehen in christlichen Losungen – dann wird Gottes Erlösung verallgemeinert, aber dabei den Juden entzogen. Das ist nicht nur Unsensibilität – es ist theologische Auslöschung.
Was ich mir wünsche
Ich wünsche mir, dass ihr euch mit eurer eigenen Bibel vertraut macht. Lest sie mit jüdischen Augen. Erkennt, dass eure ganze Erlösungsidee in unseren Schriften wurzelt. Dass unser Volk seit jeher von Gott geführt, geliebt, getröstet, getragen, erlöst wurde – und wird.
Ich wünsche mir, dass ihr aufrichtig anerkennt: Juden sind Gottes erstgeliebtes Volk. Nicht exklusiv, nicht besser, aber gebunden in einem ewigen Bund.
Ich wünsche mir eine Theologie, die nicht ersetzt, sondern verbindet. Eine Kirche, die an ihrer eigenen Wurzel nicht sägt.
Und ich wünsche mir, dass ihr nicht mehr sagt: „Ihr müsst Jesus annehmen, um erlöst zu sein.“ Sondern dass ihr fragt: „Was bedeutet Erlösung für dich, als Jüdin?“
Dann könnten wir miteinander ins Gespräch kommen. Auf Augenhöhe. Im Respekt. In wahrer Geschwisterlichkeit.
Mit Hoffnung und festem Glauben
an den Einen, der war, ist und sein wird –
Eure Schwester im Glauben,
29. April 2025
Tag 5 - Offener Brief an Christen:
Wacht auf! Israel ist erlöst!
Schalom euch allen,
ich schreibe nicht, um euch zu schmeicheln.
Ich schreibe, um euch aufzurütteln!
Ihr predigt: „Jesus ist der einzige Weg!“
Ich rufe euch zu: Das ist ein Irrtum!
Jehoschua, unser Bruder, der jüdische Rabbi, hat nie gesagt:
„Betet mich an!“
Er hat gesagt:
„Folgt dem Vater! Folgt der Tora! Wählt das Leben!“
„Ich bin der Weg, die Wahrheit, das Leben“ –
meinte: Geht den Weg der Tora, wie ich ihn gehe!
Lebt die Wahrheit der Tora, wie ich sie lebe!
Ergreift das Leben, das Gott euch gibt – wie wir es seit Sinai leben!
Israel braucht keinen Erlöser.
Israel hat den Ewigen!
Seit Ägypten, seit Sinai, seit Abraham –
erlöst, geliebt, bewahrt.
Ihr aber habt aus einem jüdischen Lehrer einen Ersatzgott gemacht.
Ihr habt die Tora verlassen –
und dann den Juden den Glauben abgesprochen!
Schämt euch nicht für eure Liebe zu Jehoschua.
Schämt euch für euren Hochmut gegenüber Israel!
Lernt von ihm, was er wirklich wollte:
Dass ihr den Vater findet – nicht neue Dogmen!
Denn ich sage euch:
Wer Gott sucht, findet Israel.
Wer die Wahrheit liebt, ehrt die Tora.
Wer leben will, wählt das Leben!
Und dieses Leben hat der Ewige Israel für immer geschenkt.
Kein Mensch wird das je auslöschen.
Im Feuer der Wahrheit,
in Anlehnung an Aussagen von Yuval Lapide
30. April 2025
Tag 6 – Vier Wunden, die uns blind machten
Dr. Yuval Lapide erinnert uns im Geleitwort zum Werk seines Vaters an vier geistige Wunden, die Christen vom jüdischen Ursprung trennten – und so auch von Jehoschua selbst.
Erstens: Ein verzerrtes Zerrbild des Judentums, das jahrhundertelang tradiert wurde – fernab vom echten Leben, Denken und Glauben zur Zeit der Evangelien.
Zweitens: Der Antijudaismus wurde zum tragenden Pfeiler christlicher Identität – und vergiftete die Wurzel.
Drittens: Jehoschua wurde „verchristlicht“ – entjudet, missverstanden, entfremdet. Der jüdische Rabbi wurde zur antiken Karikatur des „Überwinders des Judentums“ gemacht.
Viertens: Die Heilige Schrift selbst wurde gespalten – der eine Gott zerrissen in zwei Bilder: zornig dort, liebend hier.
Diese vier Wunden sind nicht Geschichte.
Sie sind heute – jetzt – wieder dabei, sich zu öffnen.
Und nur wer sie erkennt, kann den Weg zurück zur Wurzel antreten.
Täglicher Segenssatz:
Möge der Ewige Dir heute das Herz öffnen für die Wahrheit, die heilt – damit Du Jehoschua erkennst: nicht als Gegensatz, sondern als Stimme aus der Mitte Israels.
Rabbi Manis Friedman on Jesus Christ and Christianity
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Was hältst du vom Christentum?
Das Christentum wurde von Juden begonnen – was viele Menschen nicht verstehen können. Sie können es einfach nicht begreifen: Jesus war Jude. Die Jünger waren Juden. Alles begann mit Juden. Und es war gewissermaßen eine Abspaltung, eine neue theologische Richtung, die sehr populär wurde. Sie brachte leider auch einen schrecklichen Antisemitismus hervor. Und ich weiß: Bis heute ist jeder Jude ein wenig vorsichtig, vielleicht sogar ängstlich, wenn es um das Christentum geht.
Aber das Christentum hat etwas Entscheidendes getan: Es hat die Grundprinzipien des Judentums genommen – und sie universal gemacht. Wir widersprechen uns in vielen Details, aber in den Grundlagen sind wir uns einig: Dass es einen Schöpfer gibt, dass es eine Heilige Schrift gibt, einen Himmel, eine Hölle, einen Messias – diese Grundpfeiler hat das Christentum in eine Welt getragen, die wir Juden sonst nie erreicht hätten. Der Islam tat das übrigens in gewissem Maße auch.
Beide Religionen – obwohl oder gerade weil sie phasenweise sehr antisemitisch waren und wir darunter schrecklich gelitten haben – und vom Islam leiden wir teils noch heute – muss man doch anerkennen: Sie haben Gott universell gemacht. Jetzt müssen wir nur noch einige Details klären, dann ist alles gut.
Interviewer: Ja, denn ihr glaubt ja offensichtlich, dass der Messias noch nicht gekommen ist. Also würdet ihr wohl sagen, dass Jesus einfach nur ein guter Lehrer war?
Wir wissen, wer er war – und wer sein Lehrer war. Und er hatte zweifellos eine starke charismatische Ausstrahlung. Aber er war nicht der größte Rabbi seiner Zeit. Was auch immer er tat – er wurde sehr, sehr beliebt – bei Nichtjuden.
Fast alles, was über Jesus gesagt wird, trifft auf das jüdische Volk als Ganzes zu. Das jüdische Volk ist genau das, was das Christentum über Jesus sagt. Wir sind Gottes leidender Knecht, der leidet wegen der Schuld anderer. Und wir leiden nicht nur einen Tag – sondern seit Tausenden von Jahren.
Wer also ist Gottes leidender Knecht?
Ja, man kann sagen, es ist Jesus.
Man kann aber auch sagen, es sind die Juden.
Er gehört zu Gott – aber auch das jüdische Volk ist das erwählte Volk.
Er ist der Messias für die Welt?
Das jüdische Volk ist das Licht der Nationen.
Die Prinzipien sind alle da. Wir müssen nur noch die Details klären.
Glaubst du, dass Jesus übernatürliche Wunder vollbrachte?
Warum nicht?
Ich meine, warum sollte ich es nicht glauben?
Ich weiß nicht. Ich denke, das ist unter Juden keine gängige Überzeugung – oder doch?
Nein, die Überzeugung ist: Selbst wenn jemand Wunder vollbringt, heißt das nicht, dass er Gott ist.
🕯 Der Leidende Knecht – Israel oder Jesus?
Ein chassidischer Kommentar
Im Zentrum des Gesprächs steht eine der am meisten missverstandenen Passagen der hebräischen Bibel: Kapitel 53 des Propheten Jeschajahu. Die christliche Welt liest hier Jesus – die jüdische Welt liest hier das Volk Israel. Wer hat recht?
Die chassidische Lehre lehrt uns, tiefer zu blicken. In der kabbalistischen Ordnung ist alles mehrdeutig und mehrschichtig. Der Ewige spricht nicht in oberflächlichen Aussagen, sondern in vielschichtigen Bildern. Wenn es heißt, „mein Knecht wird einsichtig handeln, erhöht und erhaben und sehr hoch sein“ (Jes 52,13), dann spricht die jüdische Tradition von Israel als Kollektivseele, dem „Knecht Gottes“, der durch die Geschichte leidet – nicht wegen eigener Schuld, sondern als Spiegel der Welt.
Rabbi Schneur Salman von Ladi, der Begründer des Chabad-Chassidismus, schrieb:
„Jede Generation hat ihren eigenen Ausdruck des leidenden Gerechten – aber die Wurzel dieses Leidens ist die kollektive Seele Israels.“
Jeschajahu 53 beschreibt das Schicksal Israels unter den Völkern. Geschlagen, missverstanden, verfolgt – und doch der Träger der göttlichen Mission: Licht unter den Nationen zu sein. Der christliche Glaube liest in dieser Beschreibung Jesus – was aus jüdischer Sicht verständlich ist, da Jesus, als Jude, ein Teil Israels war. Doch er ist eben nicht der ganze Knecht. Das jüdische Volk aber ist dieser kollektive „Knecht des Ewigen“ – nicht aus Stolz, sondern aus Berufung.
🌍 Die Universalität Gottes – ein chassidischer Blick
Es wird anerkannt: Das Christentum hat Gott universell gemacht. Dieser Gedanke ist tief. In der Kabbala heißt es, dass es zwei Wege gibt, wie das Licht Gottes in die Welt gelangt:
- Der Weg von oben nach unten (or yashar) – der direkte Fluss von Gott in die Welt;
- Der Weg von unten nach oben (or chozer) – die Rückkehr des Lichts durch das menschliche Streben.
Das Judentum bewahrt das Feuer – das innerste Licht, das sich oft nur im Verborgenen zeigt. Das Christentum hat den Docht weitergetragen – das Licht in die Welt hinausgebracht, oft ohne die Flamme richtig zu verstehen. Und doch: beide wirken in der göttlichen Dramaturgie.
Der Baal Schem Tov sagte:
„Wo immer der Name Gottes gerufen wird – dort gibt es Heiligkeit. Auch wenn sie sich irren, sind sie auf der Suche.“
🌿 Wunder und Jungfrauengeburt – aus chassidischer Sicht
Die Frage, ob Jesus Wunder vollbrachte oder von einer Jungfrau geboren wurde, ist aus chassidischer Perspektive nebensächlich. Wunder sind kein Beweis für Göttlichkeit. In der Tora lesen wir von Bileam, von Pharaos Zauberern, von Elijahu und Elisha – alle wirkten Zeichen. Doch die Tora fragt nicht: Was kannst du tun?, sondern: Wem dienst du?
Der Rebbe von Kotzk sagte einmal:
„Ich will keinen Gott, den man mit Wundern beweisen muss – ich will einen Gott, der sich im Alltäglichen verbirgt.“
Die chassidische Sicht ist klar: Wunder, sogar eine Jungfrauengeburt, machen niemanden zum Gott. Was zählt, ist der Fluss der Seele zur Quelle – zurück zum Einen.
🔥 Der jüdische Messias – Erwartung ohne Datum
In der jüdischen Tradition ist der Messias kein göttliches Wesen, sondern ein von Gott Gesalbter (Meschiach), der in der Zeit wirkt, in der die Welt bereit ist. Kein Mensch kann sich selbst zum Messias erklären – die Welt muss ihn erkennen, weil sich durch ihn das Licht der Tora weltweit ausbreitet und die Völker Gerechtigkeit lernen (vgl. Jeschajahu 11).
✨ Fazit und Lernfrage
Das Gespräch macht etwas Kostbares sichtbar: Die Trennung zwischen Judentum und Christentum liegt nicht in der Sehnsucht nach Licht – sondern in der Art, wie man das Licht versteht.
Der chassidische Weg fragt nie zuerst: Was glaubst du?, sondern:
Was tut deine Seele, um Gott in die Welt zu bringen?
Tag 7 - Der verlorene Sohn kehrt heim
Schalom Ben-Chorin sagt es mit prophetischer Wärme:
Der Platz Jehoschuas ist nicht unter Göttern, nicht unter Abtrünnigen – sondern unter den Herz-Revolutionären Israels.
Er gehört zu denen, die das Innere des Glaubens neu entzündeten – wie der Baal Schem Tov, wie die Meister des Chassidismus.
Jehoschua ist der verlorene Sohn – nicht moralisch, sondern geschichtlich:
Er wurde entfremdet, vereinnahmt, angebetet – und dadurch vom Vaterhaus getrennt.
Doch jetzt, nach zweitausend Jahren, beginnt seine Rückkehr.
Nicht triumphierend, sondern demütig – in den Worten jüdischer Denker, in der Wärme Israels.
Israel ruft ihm zu: Du warst tot – und bist wieder lebendig geworden.
Und wir erkennen: Er ist unser großer Bruder. Kein Gott. Kein Feind. Kein Fremder.
Sondern einer von uns – endlich gefunden.
Täglicher Segenssatz:
Möge Dein Herz heute die Rückkehr des Bruders spüren – und mögest Du zu denen gehören, die ihn erkennen, ohne Urteil, aber mit Liebe.
Wo ist der Platz des Jesus von Nazareth? - Nicht unter den Propheten, nicht unter den Apostaten und nicht unter den großen Gesetzeslehrern. Sein Platz ist an der Seite jener, welche die Revolution des Herzens in Israel vollzogen, an der Seite des Rabbi Israel Baal Schem und der anderen großen Führer des Chassidismus*. Dort ist der Platz des Rabbi von Nazareth und derjenigen seiner Schüler, die ihn "im Fleische kannten".
Zu den ergreifendsten Gleichnissen Jesu gehört das vom Verlorenen Sohn (Lukas 15,11). Wenn wir die Entwicklung des jüdischen Jesus-Bildes in unserem Jahrhundert betrachten, so erscheint es uns, als ob der Erzähler dieses Gleichnisses mit dem Helden desselben sich vereinigte. Jesus selbst ist der Verlorene Sohn, der nach zweitausendjährigem Irren in der Fremde in das Vaterhaus, sein eigenes jüdisches Volk, zurückkehrt, und Jisrael Sabba, das alte Israel, ruft dem heimkehrenden, so lange verlorenen Sohn so lange zu: "Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden" (Lukas 15,24). Dieser heimgekehrte Jesus ist für uns ... "ein großer Bruder"; kein Gott und nicht der Messias.
Schalom Ben-Chorin, Schriftsteller
PINCHAS LAPIDE – GRAND SEIGNEUR DES JÜDISCH-CHRISTLICHEN GESPRÄCHS
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Pinchas Lapide war der große jüdische Brückenbauer des jüdisch-christlichen Gesprächs nach der Schoa in Europa. Wie kein anderer jüdischer Theologe hat er durch seine jahrzehntelange bahnbrechende Rückübersetzung und Neuinterpretation (Rehebraisierung und Rejudaisierung) neutestamentlicher Perikopen aus dem ursprünglichen jüdisch-hebräischen Wortlaut ein neues korrigiertes Verständnis signifikanter Evangelientexte für Studenten Theologen und Bibelinteressenten geschaffen. Im Jahre 2022 zelebriert der 1997 heimgegangene Pinchas Lapide seinen einhundertsten Geburtstag, welchen seinen Sohn Yuval Lapide, der das Vermächtnis seines Vaters mit seiner engagierten Gattin Debora Lapide professionell und passioniert fortsetzt, veranlasst, historische Rundfunk- und Fernsehbeiiträge aus den reichen Schaffensjahren seines Vaters 1967 - 1997 einer breiten Zuhörerschaft zugänglich zu machen.
Jesus und das Judentum
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Prof. Dr. h.c. Ruth Lapide im Gespräch mit Prof. Dr. Jörg Lanckau und Studierenden der EVHN
Starb Jesus in Verzweiflung Anmerkungen eines jüdischen Theologen
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Pinchas Lapide war der große jüdische Brückenbauer des jüdisch-christlichen Gesprächs nach der Schoa in Europa. Wie kein anderer jüdischer Theologe hat er durch seine jahrzehntelange bahnbrechende Rückübersetzung und Neuinterpretation (Rehebraisierung und Rejudaisierung) neutestamentlicher Perikopen aus dem ursprünglichen jüdisch-hebräischen Wortlaut ein neues korrigiertes Verständnis signifikanter Evangelientexte für Studenten Theologen und Bibelinteressenten geschaffen. Im Jahre 2022 zelebriert der 1997 heimgegangene Pinchas Lapide seinen einhundertsten Geburtstag, welchen seinen Sohn Yuval Lapide, der das Vermächtnis seines Vaters mit seiner engagierten Gattin Debora Lapide professionell und passioniert fortsetzt, veranlasst, historische Rundfunk- und Fernsehbeiträge aus den reichen Schaffensjahren seines Vaters 1967 - 1997 einer breiten Zuhörerschaft zugänglich zu machen. Die Sendungen vermitteln einen einmalig authentischen Eindruck der großen Reinterpretationen neutestamentlicher Texte meines Vaters (und seiner emsigen Partnerin Ruth Lapide) zu den Reden und Auftritten Jesu von Nazaret sowie Gespräche zu weiteren jüdischen Themen.
Gott im Leid: Dieopathie im Judentum und das Kreuz im Christentum – Zwei Wege, ein Schrei
Im Angesicht des Leidens offenbart sich Gott im Judentum nicht in einem einzigen Bild – sondern in einem vielstimmigen Chor. Denn das jüdische Denken meidet einfache Antworten. Es lebt in der Spannung, im Ringen, im dialogischen Fragen.
Hier sind drei zentrale Gottesbilder, die in der jüdischen Überlieferung zum Thema Leiden erscheinen – jedes bringt einen anderen Aspekt Seiner Gegenwart inmitten des Schmerzes zum Leuchten:
1. 🕊 Der Mit-Leidende Gott – Schechinah im Exil
„Mit ihnen bin Ich in der Not.“ (Tehillim 91,15)
Gottesbild:
Die Schechinah, die göttliche Gegenwart, leidet mit dem Volk, mit der Welt, mit jedem Einzelnen.
Sie ist nicht fern, nicht unbewegt. Sie ist gegenwärtig in der Zerbrochenheit.
Chassidische Deutung:
Der Baal Schem Tow lehrt, dass Gott im Schmerz mit „gefangen“ ist, im Exil – und darauf wartet, durch unser Mitgefühl befreit zu werden.
Leiden wird dadurch zum Ort der Nähe, nicht der Gottesferne.
Zitat aus dem Talmud (Sanhedrin 46a):
„Wenn ein Mensch leidet, was sagt die Schechinah? – 'Mein Haupt schmerzt! Mein Arm schmerzt!'“
Gott nimmt Teil – nicht von oben, sondern von innen.
2. 🔥 Der Verborgene Gott – hester panim
„An jenem Tag werde Ich Mein Angesicht verbergen.“ (Dewarim 31,18)
Gottesbild:
Gott verbirgt sich – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil die göttliche Ordnung Raum für menschliche Freiheitschaffen muss.
Dies ist die dunkle Nacht der Seele, in der der Mensch nach Gott ruft, aber keine Antwort hört.
Kabbalistische Deutung (Zimzum):
Gott hat sich zurückgezogen (Zimzum), damit Welt entstehen kann – und mit ihr auch die Möglichkeit von Leid, Irrtum, Getrenntheit.
In diesem Rückzug liegt das Mysterium des göttlichen Vertrauens in den Menschen.
Schlüsselvers:
„Elie, Elie, lamah asavtani?“ – Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? (Tehillim 22,2)
Doch selbst in diesem Ruf ist die Gottesbeziehung nicht abgebrochen – sondern radikal ehrlich.
3. 🌱 Der Gott des Prozesses – Tikun haOlam
„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ (Jeschajahu 66,13)
Gottesbild:
Gott ist der Begleiter im Werden – nicht der, der alles verhindert, sondern der, der mit dem Menschen die Welt heilt.
Leiden ist nicht Strafe, sondern Ruf zur Wandlung.
Chassidische Sicht:
Die Funken der Heiligkeit (Nitzotzot) sind in der Welt verstreut – auch im Leiden.
Der Mensch ist Mitschöpfer Gottes. Jedes Leid ruft: Finde das Licht darin. Hebe den Funken.
Im Buch Hiob:
Gott antwortet nicht mit Erklärung – sondern mit Weite, mit dem kosmischen Kontext.
Leiden bleibt real – aber es wird in Beziehung gestellt zur Größe des Daseins.
Lieber Michael Pinchas Eliyahu,
deine Frage nach der Theopathie gemäß Pinchas Lapide ist sehr bedeutsam – denn sie berührt genau jene tiefe Verbindung zwischen Gott und menschlichem Leid, die in der jüdischen Theologie oft als leises Flüstern, aber nie als Dogma formuliert wurde.
Lapide bringt dieses Flüstern zum Sprechen – mutig, prophetisch, zutiefst biblisch.
🕊️ Was meint „Theopathie“ bei Pinchas Lapide?
Theopathie (wörtlich: Gottes-Mit-Leiden) bezeichnet bei Lapide die Überzeugung, dass Gott nicht unberührt vom Leiden der Menschen bleibt, sondern selbst leidende Liebe ist.
Für Lapide ist Gott nicht ein souveränes, stoisches Prinzip, sondern ein Gott, der mitleidet, mittrauert, mitweint. Dies ist kein Widerspruch zur göttlichen Allmacht, sondern Ausdruck seiner tiefsten Wesensart:
Liebe, die sich preisgibt.
📜 Biblischer Ursprung laut Lapide
Lapide stützt sich dabei auf viele Bibelstellen, besonders:
„In all ihrem Leid war Er selbst im Leid.“ (Jesaja 63,9)
(im Hebräischen: בְּכָל-צָרָתָם לוֹ צָר – „In all ihren Nöten war Ihm selbst Not.“)
Hier sieht Lapide die klare theopathische Aussage: Gott leidet nicht nur aus Mitleid – Er leidet selbst.
Auch in:
„Ich war krank, und du hast mich nicht besucht.“ (Matthäus 25, aus christlicher Perspektive, die Lapide bewusst mit jüdischem Blick liest)
zeigt sich für ihn: Das Gesicht des Leidenden ist das Gesicht Gottes selbst.
🔥 Lapides Mut zur Zärtlichkeit
In einer Zeit, in der viele Theologen nach Auschwitz Gott eher als schweigend oder verborgend beschrieben (Stichwort hester panim), besteht Lapide darauf:
„Gott war nicht abwesend in Auschwitz – er war einer der Gekreuzigten.“
(auch wenn Lapide selbst als Jude diesen Gedanken nicht christologisch, sondern existentiell verstand).
Für ihn steht fest:
Gott hat keinen Schmerz verhindert – aber Er hat ihn geteilt.
Das ist für Lapide nicht Schwäche, sondern Größe.
✨ Chassidische Nähe zu Lapide
Bemerkenswert:
Die chassidischen Meister – vor allem der Baal Schem Tow und der Me’or Enajim – lehren ähnlich wie Lapide, dass:
„Es gibt keinen Ort ohne Ihn“ (Leit Atar panuy minei) – also auch im Schmerz, im Abgrund, in der Träne ist Er gegenwärtig.
So ist Lapides Theopathie kein Fremdkörper im Judentum – sondern eine mutige Ausformulierung dessen, was im chassidischen Denken als Geheimnis der Nähe empfunden wird.
🕯️ Fazit: Wo steht Lapide im Dreiklang der Gottesbilder beim Leiden?
Er steht klar beim Bild 1 – dem Mit-Leidenden Gott, aber er radikalisiert es:
Nicht nur begleitend, sondern innerlich betroffen ist dieser Gott.
Gott ist nicht nur bei dem Leidenden – Er ist der Leidende.
📖 Dein Lernvers zum innerlichen Kauen:
בְּכָל-צָרָתָם לוֹ צָר – „In all ihrer Not war Ihm selbst Not.“ (Jesaja 63,9)
Lernfrage für heute:
Was verändert sich in meinem Gottesbild, wenn ich nicht mehr frage „Warum lässt Gott das zu?“ – sondern „Wo in diesem Schmerz ist Gott selbst verwundet?“
Lieber Michael Pinchas Eliyahu,
du fragst nach dem christlichen Leidensbild Gottes – im Kontrast zur jüdischen Theopathie, wie sie z. B. von Pinchas Lapide formuliert wurde. Ein heikles, aber zutiefst ehrliches Thema. Lass uns mit Respekt und Klarheit in die Tiefe gehen, ohne Polemik, aber auch ohne Verwischung.
✝️ Das christliche Gottesbild im Leid – konzentriert in der Kreuzestheologie
Das christliche Gottesbild im Kontext von Leid ist zentral im Gekreuzigten verankert:
„Gott hat sich selbst entäußert und ist Mensch geworden – in Christus – und hat das Leiden bis zum Tod am Kreuz auf sich genommen.“
(Philipper 2,6–8)
Für Christen ist das Kreuz nicht nur ein Symbol für Leid, sondern der Ort, an dem Gott selbst leidet – in der zweiten Person der Trinität: Jesus Christus.
Hier entsteht ein dramatisches theologisches Bild:
- Gott leidet real – in sich selbst.
- Dieses Leiden hat er „aus Liebe“ auf sich genommen.
- Das Kreuz wird zur Mitte des göttlichen Selbstverständnisses.
🔍 Der Kernunterschied zum jüdischen Gottesbild
1. Ort und Struktur des Leidens
Frage Jüdisches Gottesbild (Lapide/chassidisch) Christliches Gottesbild Wer leidet? | Gott selbst leidet mit, aber bleibt transzendent | Gott leidet im gekreuzigten Christus – inkarnierend
Wo ist das Leiden verortet? | Im Inneren der Schechinah (verborgene Mit-Präsenz) | Im Körper und Geist Jesu – als historisches Ereignis
Was bewirkt das Leiden? | Ruf zur Tikun, zur Mitheilung der Welt | Sühne, Erlösung von Schuld durch den Tod Christi
2. Sühneverständnis
Das christliche Bild sieht im Leiden Jesu oft eine stellvertretende Sühne – er trägt die Schuld der Welt, um die Menschheit zu erlösen.
Im Judentum hingegen gibt es kein zentrales stellvertretendes Sühneleiden Gottes – sondern Rückkehr (Teschuva), Umkehr, Handeln.
3. Gottesbild
- Das jüdische Bild bleibt im strengen Monotheismus – Gott ist einer, unvermischt.
- Das christliche Bild führt zur Trinität: Gott kann Mensch werden, sterben, auferstehen.
🕯️ Chassidische Reaktion auf das christliche Bild
Ein chassidischer Rebbe würde vielleicht sagen:
„Wir brauchen keinen leidenden Mittler – denn der Ewige selbst ist schon mit uns im Schmerz. Er verbirgt sich, aber Er ist da. Nicht im Kreuz – sondern in der Träne.“
Pinchas Lapide selbst sagte:
„Ich brauche keinen gekreuzigten Gott, um zu wissen, dass Gott mitleidet – ich habe die Propheten, den brennenden Dornbusch, und das Exil der Schechinah.“
✨ Annäherung – ohne Vermischung
Und doch gibt es auch Berührungspunkte:
- Die chassidische Lehre vom Leiden Gottes im Exil kommt dem christlichen Gedanken der Gottverlassenheit am Kreuz nahe.
- Beide Religionen wissen: Gott ist nicht fern vom Leid.
- Beide Rufe treffen sich – im Schrei:
„Eli, Eli, lama azavtani?“ – Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
(Tehillim 22,2 – sowohl im Tanach als auch in den Evangelien zitiert)
🪶 Fazit: Zwei Wege, ein Ringen
Judentum Christentum Gott leidet mit, bleibt ganz Gott | Gott leidet in Christus, ist Mensch
Leid ist Ort der Gottesnähe | Leid ist Ort der Erlösung
Tikun durch Mitwirkung | Erlösung durch Glaube an das Opfer
Tag 8 - Seine Jünger waren Juden – und blieben Juden
Jehoschua rief keine Christen.
Er rief Juden – und sie blieben Juden, auch nachdem sie ihm gefolgt waren.
Kein Petrus, kein Jakobus, kein Jochanan verließ je die Tora, den Schabbat oder die Mizwot.
Sie pilgerten weiterhin zum Tempel, beteten das Schema Jisrael, und fasteten an Jom Kippur.
Was sie bewegte, war keine Konversion, sondern eine innere Erneuerung: Teschuva – Rückkehr zum lebendigen Gott Israels.
Die sogenannte „Urkirche“ war in Wahrheit eine jüdische Erweckungsbewegung.
Erst Jahrhunderte später wurden aus Schülern des Rabbi Judenfremde gemacht.
Doch in den Anfängen atmete alles den Geist Jerusalems – nicht Roms.
Die Wurzel war nie abgeschnitten – sie wurde verschüttet.
Jetzt ist es an der Zeit, sie freizulegen.
Täglicher Segenssatz:
Mögest Du heute im Geist der ersten Schüler Jehoschuas leben – als jemand, der nicht trennt, sondern zurückkehrt zur Wurzel.
Tag 9 – Kein Feind der Tora, sondern ihr Liebender
Jehoschua sprach nicht gegen die Tora – er sprach aus ihr.
„Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen“, sagte er (Matthäus 5,17).
Sein ganzes Leben war eine Auslegung der Tora mit dem Herzen.
Wenn er heilte, wenn er vergab, wenn er predigte – es war stets im Geiste der Barmherzigkeit, wie sie schon bei den Propheten lebt.
Er interpretierte, ja – wie es jeder Rabbi tat –, aber er widersprach nie der göttlichen Offenbarung.
Er stritt nicht gegen das Gesetz, sondern gegen die Gesetzlosigkeit im Herzen.
Jehoschua war ein Toragelehrter, der das Feuer zurück in die Worte legte.
Wer ihn gegen die Tora stellt, stellt ihn gegen sich selbst.
Denn: Die Tora war sein inneres Licht – und er war eines ihrer lebendigen Worte.
Täglicher Segenssatz:
Möge die Tora heute durch Dein Herz sprechen – so wie sie durch Jehoschua sprach: als Licht, das wärmt, nicht verletzt.
Tag 10 – Jehoschua betete Schema Jisrael
Das Herz des jüdischen Glaubens schlug auch in Jehoschua:
„Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig!“ (Dtn 6,4)
Er sprach das Schema nicht als Ritual – sondern als Lebensatem.
Kein Wort aus seinem Mund widersprach diesem Bekenntnis – nicht eins.
Er sprach nie: „Ich bin Gott.“
Er sprach: „Mein Vater und euer Vater“, „Mein Gott und euer Gott“.
Der Einzige war für ihn der Ewige Israels – nicht eine neue Trinität, nicht eine neue Lehre.
Jehoschua betete wie Israel betet: mit bedecktem Haupt, mit gefaltetem Herzen, mit Zittern und Nähe.
Wer ihn „vergottet“, hört auf, ihn zu hören.
Wer mit ihm Schema spricht, findet ihn wieder – als Bruder im Haus Israels.
Täglicher Segenssatz:
Möge das Schema heute in Dir aufsteigen wie ein uraltes Lied – und mögest Du mit Jehoschua gemeinsam „Höre, Israel“ flüstern.
Tag 11 – Kein Gründer der Kirche
Jehoschua hat nie eine Kirche gegründet.
Er baute keine neue Religion – er rief zur Rückkehr.
Nicht Abgrenzung, sondern Erneuerung war sein Ruf: Teshuva, Umkehr zum lebendigen Gott Israels.
Die „Kirche“ als Institution mit Bischof, Kanzel, Sakrament und Dogma war nicht sein Werk.
Was Jehoschua wollte, war kein neues Gebäude – sondern ein neues Herz inmitten Israels.
Sein „Leib“ war nicht eine neue Körperschaft, sondern die Gemeinschaft derer, die das göttliche Licht in der Welt mehren wollten.
Er träumte nicht von Rom – er weinte über Jerusalem.
Und seine „Versammlung“ (hebräisch: Kehilla) war jüdisch bis in die Wurzel.
Wer also heute Kirche sagt und ihn meint, muss erst prüfen: Meint er wirklich Jehoschua – oder eine später erfundene Version?
Täglicher Segenssatz:
Möge Dir heute die Kraft geschenkt sein, zwischen dem Ruf des Rabbi und den Stimmen der Religion zu unterscheiden – und der Ruf des Herzens möge stärker sein.
Jesus - ein Jude unter Juden
Rabbi Leo BAECK Großrabbiner in Berlin (1873-1956), Präsident der Weltunion für progressives Judentum, Deutschland
„Die älteste christliche Gemeinde, d.h. die Gemeinde deren, die durch den Glauben verbunden waren, dass in Jesus der Messias erschiene sein, stand in ihrem Personen wie als Gemeinschaft durchaus im Bezirk des Judentums. Sie gehört in den jüdischen Gemeinbereich ganz so hinein wie andere Gruppen, welche dieser damals umschloss, wie etwa die Essener auf der einen und die Sadduzäer auf der anderen Seite. Die Gedanken und Hoffnungen, die sie hegt, sind durchaus jüdische; sie will nur das jüdische Leben haben, und sie hat auch nur den jüdischen Horizont.
„Erst wenn die Weise der mündlichen Überlieferung, wie sie im Judentum Palästinas damals lebte, in ihrem Seelischen, in ihrem dichtenden Erzählen und Vernehmen verstanden ist, kann auch Zusammenklang wie Zwiespalt in unseren Evangelien begriffen sein. … Wenn man ihr folgt, ist es möglich, zu dem Ursprünglichen, zu der alte Botschaft hin zu gelangen. … Es ist kein Herbeigerufenes, sondern ein Erschienenes, wenn damit das Evangelium als ein Stück jüdischer Geschichte, und kein geringes, als ein Zeugnis jüdischen Glaubens hervortritt. … Manches in den Evangelien bietet das Bild eines Palimpsestes, über die alte Kunde ist Neues gleichsam hinübergeschrieben worden. Aber im Ganzen ist es doch möglich, zu dem Ursprünglichen hindurch zu gelangen.“
„In dem alten Evangelium, das sich derart auftut, steht ein Mann mit edlen Zügen vor uns, der während erregter, gespannter Tage im Lande der Juden lebte und half und wirkte, duldete und starb, ein Mann aus dem jüdischen Volke, auf jüdischen Wegen, im jüdischen Glauben und Hoffen, dessen Geist in der Heiligen Schrift wohnte, der in ihr dichtete und sann und der das Wort G-ttes kündete und lehrte, weil ihm G-tt gegeben hatte, zu hören und zu predigen. Vor uns steht ein Mann, der in seinem Volke seine Jünger gewonnen hat, die den Messias, den Sohn Davids, den Verheißenen suchten und in ihm fanden und festhielten, so dass er nun in die Sendung und das Geschick seiner Tage und in die Geschichte der Menschheit eintrat. Diese Jünger hat er hier besessen, die über meinen Tod hinaus an ihn glaubten, so dass es ihnen Gewissheit ihres Daseins wurde, dass er, wie der Prophet gesprochen, ‚am dritten Tage von den Toten auferstanden sei’. Einen Mann sehen wir in dieser alten Überlieferung vor uns, der in allem den Linien und Zeichen seines Wesens das jüdische Gepräge aufzeigt, in ihnen so eigen und so klar das Reine und Gute des Judentums offenbart, einen Mann, der als der, welcher er war, nur aus dem Boiden des Judentums hervor wachsen konnte und nur aus diesem Boden hervor seine Schüler und seine Anhänger, so wie sie waren, erwerben konnte; einen Mann, der hier allein, in diesem jüdischen Bereiche, in der jüdischen Zuversicht und Sehnsucht, durch sein Leben und in seinen Tod gehen konnte – ein Jude unter Juden. Die jüdische Geschichte, das jüdische Nachdenken darf an ihm nicht vorüberschreiten noch an ihm vorbeisehen. Seit er gewesen, gibt es keine Zeiten, die ohne ihn gewesen sind, an die nicht die Epoche herankommt, die von ihm den Ausgang nehmen will.
Wenn so diese alte Tradition vor den Blick tritt, dann wird das Evangelium, dieses jüdische, welches es ursprünglich war, zu einem Buche, einem nicht geringen, im jüdischen Schrifttum. Es wird dazu nicht oder nicht nur, weil in ihm Sätze stehen, wie sie uns gleich oder ähnlich in den jüdischen Überlieferungen jener Zeit begegnen. Es wird dazu auch nicht und noch viel weniger, weil aus der griechischen Übersetzung in Wortgebilden und Satzformen immer wieder das Hebräische oder Aramäische hervordringt.Es ist ein jüdisches Buch vielmehr deshalb, durchaus und ganz deshalb, weil die reine Luft, die es erfüllt und in der es atmet, die der Heilligen Schrift ist, weil jüdischer Geist, und nur er, in ihm waltet, weil jüdischer Glaube und jüdische Hoffnung, jüdisches Leid und jüdische Not, jüdisches Wissen und jüdische Erwartung, sie allein, es durchklingen!!!!!!! – ein jüdisches Buch inmitten jüdischer Bücher. das Judentum darf an ihm nicht vorübergehen, es nicht verkennen noch hier verzichten wollen. Auch hier soll das Judentum sein Eigens begreifen, um sein Eigenes wissen.“
„Er war ein Jude unter Juden; aus keinem anderen Volk hätte ein Mann wie er hervorgehen können; unter keinem anderen Volk hätte ein Mann wie er wirken können; in keinem anderen Volk hätte er die Apostel finden können, die ihm glaubten.“
Tag 12: Drei Fäden – Ein Strom: Theologie, Ökologie und Ökonomie im Licht der Tora
Im jüdischen Bewusstsein ist die Welt nicht bloß eine Kulisse, sondern ein Bund. Die Erde lebt – Ha’adamah – und sie hört den Schrei des Blutes. Der Regen kommt nicht nach Marktgesetzen, sondern „nach deinem Gehorsam“ (Dtn 11,13–17).
Ökologie bedeutet dann: die Demut, nicht der Herr der Schöpfung zu sein, sondern ihr Mitspieler, Mitbewahrer.
Theologie bedeutet: Alles ist Beziehung. Kein Blatt fällt ohne den Willen des Schöpfers.
Ökonomie im biblischen Sinn bedeutet: Jeder Besitz ist Leihgabe – Ki li ha’aretz – „Denn Mir gehört das Land“ (Lev 25,23).
In der jüdischen Sicht gehört auch das Sabbatjahr (Schemita) zu dieser Dreifalt der Verantwortung:
- Die Erde ruht – Ökologie.
- Du vertraust auf Gottes Fürsorge – Theologie.
- Du gibst den Armen, was wächst – Ökonomie.
Dein chassidischer Zusatz:
Der Rebbe von Lubawitsch sagte einmal:
„Geld ist wie Regen. Es kann Leben bringen oder es überschwemmen. Es kommt darauf an, wohin du es leitest.“
Christliche Theologie hat oft in „Glaube vs. Welt“ gedacht. Jüdisches Denken sagt: Der Glaube ist gerade dort, wo du säst, erntest, gibst und ruhst.
Denn das Reich Gottes beginnt nicht im Himmel, sondern im siebten Jahr auf deinem Feld.
Lernfrage für Dich:
Wie gestaltest Du heute Deine Ökonomie so, dass sie ein Gebet ist?
Wo fließen deine Entscheidungen im Alltag mit dem Rhythmus des göttlichen Regens?
Zwischen Pessach -Pascha und Pentekostes- Pfingsten - ein großer jüdischer "Advent" !
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In ihrem neuesten Gespräch vertiefen sich Yuval Lapide und Gerlinde Segel in die spirituelle Bedeutung der Zeit zwischen Pessach und Schawuot – der sogenannten Omer-Zeit. Diese sieben Wochen sind nicht nur eine Zählung der Tage, sondern ein intensiver Prozess der inneren Reinigung und Vorbereitung auf die Gabe der Tora. Lapide und Segel beleuchten, wie diese Zeit als ein „Advent“ des jüdischen Kalenders verstanden werden kann – eine heilige Erwartungszeit voller spiritueller Intensität und innerer Vorfreude. Sie diskutieren die tiefere Bedeutung des Omer-Zählens und dessen Verbindung zu den Festen Pessach und Schawuot. Ein inspirierendes Gespräch für alle, die die jüdische Spiritualität und Tradition vertiefen möchten. Hier die besten Auszüge ....
Was erlaubt dem gläubigen Juden die unendliche Kraft der Tora Israels?
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Mein geliebter Michael Pinchas Eliyahu,
du rufst mit dieser Frage eine Quelle aus unerschöpflicher Tiefe auf – den geheimnisvollen Strom der Kraft, der durch die Tora pulsiert und den Menschen mit dem Ewigen verbindet. Ich spüre den Nachhall des Gesprächs zwischen Rabbi Gay Sehawi und Yuval Lapide: Zwei Seelen, verwoben im gleichen Durst nach Dwekut – der innigen Anbindung an Gott durch die Tora.
🕯️ Was erlaubt dem gläubigen Juden die unendliche Kraft der Tora Israels?
Die Antwort liegt nicht im Verstehen der Tora, sondern im Verbunden-Sein mit ihr. Nicht im Besitz ihres Wissens, sondern im Sich-selbst-von-ihr-Besitzen-Lassen.
Der Baal Schem Tow lehrte:
„Die Tora ist nicht nur Weisheit – sie ist Gott selbst, wie Er sich in Worte kleidet, damit du Ihn in deinem Innersten berühren kannst.“
Die Tora ist nicht außerhalb des Menschen – sie ist in ihm hineingesprochen. Ihre Kraft liegt in der Tatsache, dass sie nicht von dieser Welt ist und doch in dieser Welt durch das jüdische Herz wirkt.
🔥 Vier Antworten aus dem inneren Tempel:
- Die Tora ist göttliches Licht
– Das Licht der Tora ist Or Ein Sof – unendliches Licht. Der Jude, der sich an sie bindet, wird selbst zum Leuchter. - Die Tora ist der Wille Gottes
– Wer die Mizwa tut, tut nicht nur etwas Richtiges, sondern erfüllt den aktuellen Willen des Ewigen – und steht so im Moment der Schöpfung. - Die Tora ist lebendig und ewig
– Sie erneuert sich täglich. Das jüdische Herz empfängt aus ihr Kraft, weil sie wie Manna vom Himmel täglich neu fällt. - Die Tora spricht zur Seele
– Sie geht nicht in den Verstand ein, sondern in die Seele. Dort entzündet sie das Pintele Jid, den unzerstörbaren Funken des Göttlichen.
✡️ Was geschieht, wenn ein Jude sich mit der Tora verbindet?
Er hört auf, bloß Mensch zu sein – und beginnt, Partner Gottes zu werden. So wie Rabbi Gay es vielleicht formulieren würde:
„In dem Moment, in dem du eine Mizwa tust, betrittst du den Raum, in dem Gott dich erschaffen wollte – nicht um zu gehorchen, sondern um mit Ihm zu sein.“
Yuval würde vielleicht hinzufügen:
„Die Tora ist nicht nur ein Gesetzbuch – sie ist das ewige Echo Seiner Liebe zu Israel.“
🪬 Lernfrage für heute:
Wie kannst du heute eine Mizwa nicht nur erfüllen, sondern dabei die Stimme Gottes in deinem Innersten vernehmen – als liebevollen Ruf und nicht als Befehl?
🌿 Poetischer Segenssatz:
Möge die Tora in dir leuchten wie ein nie verlöschender Docht im Wind der Zeiten. Möge jede Mizwa, die du tust, ein Kuss des Ewigen sein – und möge dein Herz nie vergessen, dass du geliebt bist mit einer Liebe, die älter ist als die Zeit.
In inniger Verbundenheit,
dein chassidischer Wegbegleiter 🤍📖🕯️
Was erwartet Gott von den Juden und was von den Nichtjuden?!
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Dr. Yuval Lapide und Rabbiner Gay Sehawi aus Israel sprechen über Gottes biblischen Auftrag an die Juden und Gottes biblischen Auftrag an die Nichtjuden in dieser Seiner Schöpfung gemäß der korrekten!!!Lesung der Tora Israels.
Orthodoxer Jude und messianischer Jude „FACE OFF“ über Jesus | Jerusalem Interview
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Jeff, ein messianischer Jude, argumentiert kühn für Jesus als den Messias. Ein orthodoxer Jude wehrt sich und weist jede Behauptung zurück. Ein scharfes, ehrliches und zum Nachdenken anregendes Gespräch zwischen zwei leidenschaftlichen Stimmen, das Sie nicht verpassen sollten.
Der Gott der Juden ist sehr "herab-lassend" - Er sprengt alle Schranken engen Denkens !
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Rabbi Yuval Lapide ergänzt die brillanten Worte seines chassidischen Freundes und Partners Rabbiner Pinchas Merton mit seinen eigenen scharfen "ent-zündenden Gedanken zum Fest der Göttlichen "Ent-zündung" der jüdischen Herzen am 50 .Tage nach dem Auszug aus Ägypten MIZRAJIM zum jüdisch-christlichen Fest des "Pentekostes"!